Mark Frölich – Interview

MARK FRÖLICH
INTERVIEW.

Mark Frölich – über sein Skaten brauche ich nicht viel zu sagen, denn seine unzähligen zehn Minuten Parts sprechen, denke ich, für sich. Er ist ehrlich, aufrichtig und ehrgeizig, aber meiner Meinung nach auch jemand, der manchmal zu hart mit sich ins Gericht geht. Aber genau das ist Mark Frölich. Er hätte sicherlich damals einen US-Boardsponsor Deal annehmen können, aber er tat es nicht. Viele sagten dazu: „Alter hast du Lack gesoffen Doch er hatte seine Gründe. Trotzdem geht er seinen Weg, bereist die ganze Welt und lebt nun seit knapp 13 Jahren in Barcelona. Ich könnte hier wahrscheinlich einen ganzen Aufsatz über diesen Höllenhund schreiben. Deshalb: „Murat, Love you Brother und Keep Moshing It Down my negro!

Bülent Kurtca

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Portrait, halfcab Heelflip, backward Nosegrind, Wallride Nollie – Yuriy ogarkov | Caballerial – Gerard Riera | fs Crooked Grind – Julien Deniau | fs Noseslide, bs Overcrooked Grind, Ollie over to Crooked Grind – Fabien Ponsero | Nosegrind Transfer – Pierre Prospero | Gap to fs Boardslide, fs 50/50 – Edu Lester

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MARK FRÖLICH
INTERVIEW.

Mark Frölich – über sein Skaten brauche ich nicht viel zu sagen, denn seine unzähligen zehn Minuten Parts sprechen, denke ich, für sich. Er ist ehrlich, aufrichtig und ehrgeizig, aber meiner Meinung nach auch jemand, der manchmal zu hart mit sich ins Gericht geht. Aber genau das ist Mark Frölich. Er hätte sicherlich damals einen US-Boardsponsor Deal annehmen können, aber er tat es nicht. Viele sagten dazu: „Alter hast du Lack gesoffen Doch er hatte seine Gründe. Trotzdem geht er seinen Weg, bereist die ganze Welt und lebt nun seit knapp 13 Jahren in Barcelona. Ich könnte hier wahrscheinlich einen ganzen Aufsatz über diesen Höllenhund schreiben. Deshalb: „Murat, Love you Brother und Keep Moshing It Down my negro!

Bülent Kurtca

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Portrait unten – Dani Millan | Portrait oben, halfcab Heelflip, backward Nosegrind, Wallride Nollie – Yuriy ogarkov | Caballerial – Gerard Riera | fs Crooked Grind – Julien Deniau | fs Noseslide, bs Overcrooked Grind, Ollie over to Crooked Grind – Fabien Ponsero | Nosegrind Transfer – Pierre Prospero | Gap to fs Boardslide, fs 50/50 – Edu Lester

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Skateboarding ist facettenreich,
Skateboarding ist herausfordernd,
Skateboarding ist Streetlife und
Skateboarding ist ein Teil von mir

Hey Mark! Schön, dass du dir Zeit nimmst. Fangen wir gleich mal an: Erzähl doch mal vom letzten Jahr und deinen ganzen Projekten. Ich glaube, ich habe die letzten Jahre von keinem so viele Clips gesehen.

Ja, ich habe das “Brainstorm“ – Video fertiggestellt ist die Premiere in Barcelona). Das war ein Haufen Arbeit. Viele, viele Film-Sessions, eine Menge Gedanken und auch der Schnitt war eine gute Aufgabe. Als das Video dann endlich fertig war, bin ich ziemlich erleichtert gewesen. Ich möchte mich an dieser Stelle noch mal bei allen bedanken, die mir bei diesem Projekt geholfen haben – muchas gracias! Als ich mit „Brainstorm“ fertig war, hatte ich noch ein bisschen Footage über und da der 60ste Geburtstag meiner Mum bevorstand, dachte ich mir: „Komm’, hauste noch ein bisschen rein und machst ihr einen kleinen Part zu diesem Anlass“. Somit bin ich direkt im Anschluss wieder ziemlich viel losgezogen und hatte eine Menge cooler Sessions mit Thomas Pfeiffer, der mir bei diesem Part echt viel geholfen hat. Danke! Fabien Ponsero war auch auf einigen Sessions dabei und somit hatten wir dann auch noch genügend Fotos, um dem Part ein kleines Interview auf theberrics.com beizulegen – auch ihm dafür ein dickes „merci beaucoup“.  Meiner Mum hat es auf jeden Fall getaugt und wir hatten eine gute Zeit. Es hat also alles gut gepasst. Im Dezember stand dann auch noch der 70ste Geburtstag meines Dads an. Gleichberechtigung muss ja sein ne …also wollte ich daher auch für ihn einen Part filmen (lacht!). Somit war das eigentlich mein Hauptfokus für den Rest des Jahres, bezogen auf Video-Projekte. Allerdings hat sich zwischenzeitig noch ein Deal mit Ricta-Wheels ergeben, die mich nach ein bisschen Footage für ein Introducing gefragt hatten. Dann stand eben doch noch ein Projekt mehr an…. Man kann wohl sagen, dass mir zumindest nicht langweilig war (lacht!). Das war aber auch cool so und motivierend und ich bin, denke ich, recht zufrieden mit den Videos und Parts.

Machst du dann 2019 in dem Tempo weiter? Was sind deine nächsten Projekte?

Gute Frage (lacht!). Also ich hab’ ein paar Ideen, was Projekte angeht. Aber ich möchte gerade noch nichts verraten, da die Sachen noch nicht spruchreif sind. Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich es hinkriege, auf ein paar coole Trips zu kommen. Das würde mir, denke ich sehr gelegen kommen. Generell hab ich auf jeden Fall Bock, weiterhin Gas zu geben.  Hoffentlich begleiten mich ein paar motivierte und hungrige Skateherzen.

Du bist ja jetzt auch schon über 20 Jahre dabei, was motiviert dich immer noch, so produktiv zu sein?

Skateboarding ist facettenreich, Skateboarding ist herausfordernd, Skateboarding ist Streetlife und Skateboarding ist ein Teil von mir. Skateboarding hat mir in meinem Leben sehr viel beigebracht, viel geholfen und ich habe das Gefühl, dass es immer noch einiges zu erkunden gibt. New places to be found, new tricks to be tried and so on. Außerdem sind Videoprojekte für mich einfach das Persönlichste, an dem man als Skater arbeiten kann. Deshalb möchte ich damit auch weitermachen. Das war für mich schon immer ein wichtiger Bestandteil, den ich nicht missen möchte.

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Wie war das damals noch? „Video killed the Radiostar“. Heute wäre es dann wohl eher: „Instagram killed the Videostar“

Ja, sehe ich auch so. Nur leider schauen immer weniger Leute komplette Videos. Wie siehst du die Veränderung vor allem durch Instagram und Social-Media?

Wie war das damals noch? „Video killed the Radiostar“. Heute wäre es dann wohl eher: „Instagram killed the Videostar“. Leute bauen heutzutage ihre Karriere auf Instagram auf, filmen keine Videoparts, schießen keine Fotos für Interviews etc. Jeder, wie er mag, aber für mich bleiben Videoprojekte eine Priorität. Mir fehlen ehrlich gesagt die Zeiten, in denen man als Crew zusammen an Projekten gearbeitet hat. Ein richtiges Teamvideo mit einer guten Gang zum Beispiel, das ist Gold wert. Man muss sich bewusst sein, warum man etwas macht und wie. Produzierst du ein Full-Length-Video, werden es weniger Leute sehen als einen Solo-Part. Einen Solo-Part auf Youtube sehen weniger Leute als den Teaser dazu auf Insta. Wenn es dir also nur um Clicks und Likes geht, dann vergiss richtige Videos und beschränke dich auf Instagram. Wenn es dir wichtig ist, an einem persönlichen Projekt zu arbeiten, dann tu es für dich und freu’ dich an den paar Leuten, die das zu schätzen wissen (lacht!). An dieser Stelle würde ich mich übrigens gerne bedanken. Mir haben so viele Leute – jung und alt, aus verschiedensten Ecken der Welt – über die Jahre geschrieben, dass meine Videos sie motivieren und ich sie inspiriere. Die vielen positiven Feedbacks helfen mir, stoked zu bleiben während ich an neuen Projekten arbeite. Thanks a lot!

Umso schöner, dass es noch Leute wie dich gibt, die genau solche Projekte und Full-Length-Videos noch realisieren. Um nicht immer die alten Zeiten besser dastehen zu lassen: Was hat sich deiner Meinung nach am Skateboarding zum Positiven entwickelt?

Eine positive Entwicklung im Skaten ist, denke ich, dass heutzutage alles ein bisschen offener gesehen wird. Der Rock n’ Roll-Skater geht auf eine Session mit dem HipHop-Dude, was früher eher eine Seltenheit war. Der schwule Skater, der vor ein paar Jahren noch das Land verlassen hätte, outet sich heutzutage und wird auch zumindest von Großteilen der Szene akzeptiert. Für diese Entwicklung bin ich sehr dankbar. In meinen Augen steht Skateboarding auch viel für Freiheit und wer das Prinzip „leben und leben lassen“ noch immer nicht verstanden hat, steht der Freiheit meiner Einschätzung nach eher im Weg. Ich finde es gut, dass Skateboarding verschiedenste Charaktere mit sich bringt und so lange sie den anderen nicht schaden, sollte für jeden auch ein Platz in der Szene sein.

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Was sind deine Gedankengänge zum Thema Olympia? Da wird in den letzten Jahren ja sehr kontrovers drüber diskutiert.

Dasselbe wie vorhin: „Jeder, wie er es mag “. Mich betrifft die Sache nicht wirklich, ich kriege davon kaum etwas mit. Allerdings finde ich, dass sich Skateboarding keine Regeln und Kostüme/Uniformen aufbrummen lassen sollte. Dem müsste man, meiner Meinung nach, die kalte Schulter zeigen. Olympia braucht Skateboarding mehr als andersherum. Es gibt eh schon genügend Marionetten im Biz. Für meinen Geschmack brauchen wir davon nicht noch mehr.

Welche Gründe haben dich bewegt, vom Ruhrpott nach Barcelona zu ziehen? War es nur das Wetter oder mehr?

Ich flog damals zusammen mit Bülent Kurtca und Dominic „Mosher“ Peters hier runter, um den Winter zu überbrücken. Dann dachte ich mir aber, dass ich einfach bleiben sollte. Mit dem Gedanken hatte ich damals öfter gespielt, da ich Barcelona schon immer hammer fand. Außerdem wusste ich, dass diese Entscheidung meinem Skaten nochmal einen guten Push geben würde. Damals hatte ich außerdem auch meine erste Freundin in Barca kennengelernt, daher sprachen viele Gründe dafür, zu bleiben. Vitamin D tut uns natürlich allen gut, das ist eh klar (lacht!).

Wie finanzierst du dir dein Leben im sonnigen Spanien?

Ich lebe hauptsächlich vom Skaten und verdiene mir mit Schneiden und Filmen ein paar Extra-Bucks dazu. So passt es schon irgendwie.

Der Jüngste bist du jetzt ja auch nicht mehr. Hast du dir schon Vorstellungen gemacht, wie das Leben nach dem Skaten aussehen könnte?

Das Leben nach dem Skaten? Puh (lacht!). Also ich gehe davon aus, dass Skaten noch lange ein Bestandteil meines Lebens sein wird. Bezogen aufs Business und nicht mehr der Jüngste Sein: Habe ich 2018 etwa alt ausgesehen oder woher kommt die Frage (lacht!)? Ich fühle mich im Großen und Ganzen eigentlich ziemlich gut und versuche, gesund zu leben. Ich tu’ mein Bestes, meinen Körper in Schuss zu halten und solange ich noch Bock habe Kette zu geben, ist alles erstmal cool. Ich finde es auch mega motivierend, wenn Leute, die einen guten Satz älter sind als ich, noch abgehen – man siehe Florentin Marfaing. Flo ist immer noch so gut, ich wünschte echt, er würde mehr Support kriegen für alles, was er in sein Skaten investiert hat und immer noch tut. Während andere in seinem Alter den letzten Deal ausbluten und eigentlich kaum noch skaten, gibt Flo ununterbrochen Gas – unconditional! Deswegen ist er einer meiner All-Time-Favorites. Pure dedication and love for the streets. Um nochmal zurück auf deine eigentliche Frage zu kommen: Ich habe so einige Ideen und Interessen außerhalb des Skatens und der einen oder anderen gehe ich auch gerne ein bisschen nach. Voraussichtlich werdet ihr demnächst eh von einer Sache, an der ich grade dran bin, zu hören kriegen. Ich möchte jetzt nicht zu viel verraten.

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generell ist mir eigentlich nur wichtig, dass der Spot mich ein bisschen inspiriert

Hat es etwas mit Musik zu tun? Wie man ja aus einigen Parts von dir mittlerweile wissen sollte, bist du ein sehr großer Fan von Motörhead und natürlich von Lemmy. Wie kam es dazu, dass die Band einen so großen Stellenwert bei dir einnahm?

Ja, das wird auch mal was mit Musik zu tun haben, aber nicht ausschließlich. In Bezug auf Lemmy: Ja, das ist schon richtig. Lemmy und Motörhead sind seit vielen Jahren ein wichtiger Einfluss in meinem Leben. Motörhead als Band hat mir immer getaugt. Die haben viele, viele gute Songs, hatten immer sehr gute Live-Performances und waren sehr aktiv. Einfach eine Rock n’ Roll Band, wie man sich sie nur wünschen kann. Und dann hatte Lemmy für mich als Person einfach sehr viele inspirierende Eigenschaften. Mir hat seine Realness und Bescheidenheit immer sehr imponiert. Ein richtiges Vorbild (lacht!). Wirklich! Jeder wäre gerne ein Rockstar und während die meisten versuchen, so hart wie möglich zu tun und dabei meist wie ein Clown rüberkommen, war Lemmy einfach von Kopf bis Fuß Rock n’ Roll. Er hat es trotz seines Rockstar-Daseins geschafft, einfach ein cooler, bodenständiger Typ zu bleiben. Außerdem hatte er, was ich mitgekriegt habe, viel für andere Menschen übrig. Er hat viel über die Menschheit nachgedacht und reflektiert, sich nicht davor gescheut, seine Gedanken in Songs zu verpacken. Lemmy war ein Unikat und er fehlt mir sehr – für mich ersetzt ihn niemand. Er wollte bis 70 auf der Bühne stehen, was er auch geschafft hat, aber vier Tage nach seinem Geburtstag war dann leider Schluss. Ich bin sehr happy, dass Burgi (Johannes Burgstaller) und ich ihm damals noch den Tribute-Part zu seinem 70sten Geburtstag gewidmet haben. Das war alles auf den letzten Drücker, aber hat zum Glück hat es noch hingehauen. Ich denke nicht, dass er noch dazu gekommen ist, ihn anzuschauen, aber zumindest hat sein Sohn ihn gesehen und ein paar seiner Homies, die sich sehr darüber gefreut haben. Das waren zwei harte Wochen für mich. Erst Lemmy und keine zwei Wochen später Bowie. Somit waren meine zwei All-Time-Favorites fast auf einen Schlag weg. Aber zum Glück haben sie uns ja viel hinterlassen. Ich gucke mir auch immer wieder Interviews von den beiden an, was ich nur weiterempfehlen kann. Zwei starke und intelligente Persönlichkeiten !

Du bist ja jetzt neben ganz großen Namen Mitglied im Ricta-Wheel Team geworden. Erzähl doch mal, wie es dazu kam?

Die Sache mit Ricta-Wheels hat Steve Forstner in die Wege geleitet. Er kümmert sich gerade um die ganzen NHS-Brands in Europa und hatte dann einfach mal den Jungs drüben von mir erzählt. Die waren anscheinend down mit mir wa zu starten . Mich freut das auf jeden Fall mega. Ich muss auch echt sagen, dass ich die Rollen hammer finde und war sehr positiv überrascht. An dieser Stelle noch mal: „Ricta, cheers for having me and Steve- muchas gracias!“

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Wird es dann bald einen Besuch in den USA geben?

Das weiß ich gerade noch nicht. Es wäre aber cool, nochmal eine Runde die Spots da drüben zu shredden. Es gibt da noch ein paar Dinger, die mich interessieren und noch viele Reiseziele, die ausstehen, aber Reisen ist teuer (lacht!).

Wo warst du in den USA schon überall. Wie siehst du die Szene auf der anderen Seite des Teichs?

In den Staaten war ich bisher an der Westküste (San Diego, San Francisco, LA, Longbeach etc.) und in New York. Das letzte Mal in LA und Longbeach hat auch echt Bock gemacht. In den USA hängt viel davon ab, mit wem du unterwegs bist. Es ist schon hilfreich, wenn sich jemand dort ein bisschen auskennt. Vor allem macht es am meisten Spaß, wenn man mit Leuten unterwegs ist, die auch Bock haben, mit dir loszuziehen. Cheers for that Octavio Benetti Scholz, Beans, Pedro Duarte and Rodrigo Lima. Die Szene in den Staaten und das Land an sich sind sehr groß. Genau wie hier gibt es dort auch viele unterschiedliche Styles . Man muss sich gerade an der Westcoast gut organisieren. New York ist da deutlich näher an europäischen Verhältnissen. Da pushst du durch die Straßen und findest Spots an vielen Ecken. Außerdem ist dort auch der öffentliche Nahverkehr echt gut. Zwischen Ost- und Westküste bestehen große Unterschiede. Ich würde sagen Westcoast ist stark Mission-orientiert und die normalen Sessions finden eher im Skatepark statt, während in New York alles etwas intuitiver und spontaner abläuft.

Spots an allen Ecken ist doch ein gutes Stichwort. Gibt es Kriterien, nach denen du Spots auswählst? Du bist ja auch eher geneigt dazu, etwas größere Spots zu skaten.

Klar, ich fahre gerne auch mal größere Spots, aber generell ist mir eigentlich nur wichtig, dass der Spot mich ein bisschen inspiriert, mir eine gute Idee entlockt und wenn’s eben geht, gut aussieht und Spaß macht. Hier in Barcelona wird es immer schwieriger für mich, frische Spots zu finden. Dafür bin ich schon zu lange hier und schon viel geskatet (lacht!). Daher muss ich hier manchmal echt tief wühlen. Mittlerweile fahre ich oftmals auch wirklich sketchy Spots. Außerdem fahre ich viel rum und suche immer wieder nach neuen Möglichkeiten. Somit freue ich mich umso mehr über gute Trips.

Es ist ja nichts Neues, dass immer mehr Printmedien zu kämpfen haben. Wie wichtig ist es dir, ein Foto abgedruckt zu haben?

Ich bin für jedes Mag dankbar, das ums Überleben kämpft und wünsche hiermit allen viel Glück für die nächsten Jahre! Ich freue mich, wenn ein Mag Fotos und/oder Interviews von mir abdruckt. Natürlich… ich bin mit Skate-Mags aufgewachsen. Es war immer ein Highlight für uns als Kids, ein Magazin in den Händen zu halten. Davon ist natürlich auch was hängengeblieben. Ich freue mich am meisten über Coverage in Mags, bei denen ich das Gefühl habe, dass ein wirkliches Interesse an meiner Person und dem, was ich mache, besteht. Ich bin ja schon eine Weile dabei und somit fällt einem natürlich auch das ein oder andere auf. Zum Beispiel, dass manche Mags nur Interesse an mir hatten, als ich für eine Firma gefahren bin, die für sie als Werbekunde wichtig war. Daher finde ich es umso schöner zu sehen, wenn mir jemand ehrlichen Support gibt. Somit an dieser Stelle: Vielen Dank an euch!

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Lemmy und Motörhead sind seit vielen Jahren ein wichtiger Einfluss in meinem Leben

Kannst du dich noch erinnern, mit welchem Foto du zum ersten Mal in einem Magazin warst?

Puh, ich denke, das war entweder mit einem 5-0 am Rail bei uns in der Halle in Wu-tal – also als „Rookie“ in der MSM. Es könnte aber auch ein Foto in der Boardstein gewesen sein. Die waren auf jeden Fall mit die Ersten, die mich gepusht und mir auch mein erstes Cover gegeben haben.

Wie stehst du prinzipiell zu Contests? Früher wurden die sogar noch abgedruckt und heute …

Ich habe die Sache mit Contests eigentlich meistens sehr easy genommen. Für mich persönlich ist das nicht so wichtig, gerade was Platzierungen und so angeht. Ich frage mich, wie man Skateboarding bewerten will. Wer kann das wirklich machen? Skateboarding ist so individuell, daher denke ich, dass es sehr schwierig ist, das mit einem Punktesystem zu bewerten. Generell habe ich auch eigentlich auf den Wettbewerbsgeist im Skaten eher weniger Bock. Mich motiviert das nicht wirklich, da ziehe ich es eben vor, mich mit einer guten Crew zusammen zu tun… jeder gibt sich Mühe und man arbeitet, wenn es geht, an einem gemeinsamen Projekt. Aber trotz allem hatte ich auch viele coole Erlebnisse auf Contests, wahrscheinlich weil ich die Sache nicht zu ernst nehme, wobei ich mir schon immer Mühe gegeben habe. Außerdem muss ich dankbar sein, dass ich hier und da auch mal ein paar Extrataler gemacht habe. Das kommt im Leben eines Skaters in Europa definitiv immer gut (lacht!).

Ja, das sehe ich auch so. Auf einem Contest sollte man einfach eine gute gemeinsame Zeit haben. Was würdest du gerne den nächsten Generationen mitgeben?

Macht das Beste aus der Zeit, die ihr auf dem Board habt! Was auch immer das für euch sein mag. Seid dankbar statt hochnäsig, pusht euch und auch andere. Bewegt euch auch mal aus eurer Komfortzone heraus und lernt so viele Straßen dieser Welt wie möglich kennen. Helft Skateboarding dabei, wieder freier zu werden, denn es gibt mittlerweile schon viel zu viele Regeln. Wie ihr euren Teil dazu beisteuern könnt? Macht euer Ding und lasst euch nichts von Wanna Be VIPs erzählen. Ganz wichtig: Hört auf eure Instinkte! Tut nur das, was sich für euch richtig anfühlt und was immer ihr angeht, macht es mit Herzblut. Halbherzigkeit ist kein gutes Rezept für Skateboarding.

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Erzähl uns doch zum Ende noch, wie deine ersten Berührungen mit Skateboarding zustande kamen.

Ich hatte schon relativ früh ein Board zum Downhillfahren. Dann habe ich irgendwann einmal Police Academy 4 im Fernsehen gesehen. Da hauen ein paar Jungs auf dem Board vor den Bullen ab und ollien über alles, was ihnen in den Weg kommt. Das fand ich extrem cool (lacht!). Daher entschied ich mich am 3. September 1997 dazu, in eine Straße bei mir in der Nähe zu fahren und sie nicht zu verlassen, bevor ich dort den Bürgersteig rauf und runter ollien konnte. Es hat eine Weile gedauert (lacht!).

Lustige Geschichte! Warum weißt du noch den genauen Tag? War da was Besonderes?

Ja! Ich habe einen Ollie gelernt (lacht!). Ich war so happy!

Das verstehe ich. Ich bedanke mich für deine Zeit, wünsche dir weiterhin so einen Enthusiasmus und freue mich auf weitere Parts und Projekte von dir. Du hast das letzte Wort!

Erst einmal vielen Dank an euch für das Interview und den Support. Vielen Dank auch an meine Sponsoren: Jart Skateboards, Ricta Wheels, Lousy Livin, Plan-B-Skateshop und Urban-Distribution. Cheers, muchas gracias, merci beaucoup, danke und thanks an alle Fotografen, die mich auf den Sessions begleitet haben. Generell möchte ich mich einfach bei allen bedanken, die mir auf meinem Weg geholfen haben und last but not least: Shout-outs to my family, friends and beloved ones – Danke!

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