Im Gespräch mit Fabi Lang

— Fabian Lang
Im Gespräch

Interview
Stefan Gottwald

 

Fotos
Stefan Gottwald

 

sw bs Tailslide
Leo Preisinger

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Leo Preisinger

Hallo Fabi, man liest deinen Namen ja häufiger in verschiedenen Medien oder sieht dich sogar im Fernsehen. Was machst du, wenn du gerade nicht selber skatest?

Also was man, glaube ich, am meisten sieht, ist das, was ich die letzten 12 Monate für Puls im Internet gemacht habe. Puls hat ein eignes Online-Magazin Namens „Team Playground“ und das wiederum ist Teil des „Funk“, dem Jugend-Portal der öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland. Dafür habe ich dann sehr viel Skateboard bezogenen Content gemacht. In den Beiträgen, die wir produziert haben, habe ich eigentlich immer aus meinem eigenen Leben erzählt. So: „Wenn ich einen Tag skaten gehe und ich einen bestimmten Trick vorhabe, wie ist dann eigentlich der Entstehungsprozess dahinter?“. Das hat dann zum Teil auch mit einer Challenge geendet, wie beispielsweise dem Frontside-Flip, den ich damals am BuGa-Gap versucht habe. Ansonsten habe ich auch diverse Sachen getestet und in diesem Format versucht, dem Otto Normalbürger den Skateboard-Alltag eines, wenn man das so sagen darf, „Pro-Skaters“ nahe zu bringen. Zusätzlich arbeite ich als Freelancer für Red Bull. Dort kümmere ich mich hauptsächlich um das Social Media Management. Da ich die letzten drei Jahre als Redakteur deren Skateboard-Channel betreut habe, kam ich irgendwann zu diesem Job. Damals durfte ich die redaktionellen Inhalte schreiben. Das mache ich mittlerweile weniger. Aktuell kümmere ich mich um sämtliche Social-Media-Kanäle von Red Bull. Und zu guter Letzt gibt es da noch mein Amt als Vereinsvorstand des Skateboarding München e.V. Als Verein sind wir das Sprachrohr aller Skater in München gegenüber diversen Parteien. Das hat gar nicht so viel mit der Politik zu tun, sondern darunter sind auch Ämter, Behörden usw. Das oberste Ziel ist aber immer noch, eine Skatehalle zu bekommen und dafür engagieren sich die aktiven Mitglieder und wir Vorstände.

Vor zehn Jahren hätte niemand einen Skateboard-Verein für nötig gehalten. Wie ist das so?

Die Vereins-Thematik ist ja schon alt. Das ist eigentlich nichts Neues, was erst vor ein paar Jahren aufgekommen ist. Als ich damals die ersten Interviews in der Monster-Skateboard las, sagten die Skater immer, dass Skateboarden das Geilste sei, weil es eben nicht wie beim Fußball vereinsgebunden und mit festen Trainingszeiten verknüpft ist. Deshalb nahm man auch an, dass Vereine nicht nötig seien. Das war früher so und ist heute leider auch immer noch so. Ich sage ja selber, dass ich nicht Fußball spielen möchte, weil mir die Trainingszeiten zu strikt sind. Das haben wir beim Skaten zum Glück so nicht. Klar, es gibt mittlerweile auch Workshops, aber das ist trotzdem alles auf freiwilliger Basis. Außerdem richtet sich das Ganze an junge Skater, die einfach Skaten lernen wollen. Das ist dann doch eine gute Sache und man kann es eigentlich nicht schlecht reden, wenn Kids lernen wollen, Skateboard zu fahren. Wichtig ist es nur, ein Format zu finden, das die Kinder richtig ans Skateboardfahren heranführt. Das kann, zum Beispiel, mit Hilfe eines Trainers sein, der den Kleinen dann auch die Geschichte des Skateboardens erklärt. Ansonsten ist die Vereinsarbeit schon recht klassisch. Da muss sich um die Mitgliederverwaltung gekümmert werden, wie bei einem Fußball-Verein eben auch.

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— Wollen wir, dass Skateboarding weiter wächst? Alle wollen, dass das klein, cool und punk bleibt. Aber das ist es halt einfach seit 20 Jahren schon nicht mehr. Da dreht sich Skateboarding selber im Kreis.

Siehst du dann eine Notwendigkeit darin, Personen, die nichts damit zu tun haben, in die Skateboard-Welt mitzunehmen? Wieso machst du das?

Ich habe auch schon oft Sachen, die mir vorgeschlagen wurden, abgelehnt, weil ich die Idee nicht cool fand. Ich halte mich mittlerweile für so kompetent und erfahren, dass ich mir zutraue, Leuten diesen Bereich nahe zu bringen. Meine Hauptintention ist aber oft auch wie folgt: „Lieber übernehme ich das, bevor das jemand anderes dann schlecht macht.“ Da möchte ich mich auch gar nicht als Messias hinstellen, aber ich glaube, meine Erfahrung bringt einen großen Vorteil mit sich. Andererseits bin ich jemand, der sehr engagiert ist, auch was Skateboarden betrifft. Außerdem habe ich kein Problem damit, die Sache mit dem Verein ehrenamtlich zu machen. Aber ich möchte mich auch dafür einsetzten, dass Skateboarding weiter vorankommt. Sei es nur durch die Öffentlichkeitsarbeit im Öffentlich-rechtlichen und dort Menschen zu erzählen, was Skateboarding überhaupt ist, warum wir das machen, warum wir einen neuen Skate-Park brauchen und wie sich die ganze Skate-Szene entwickelt.

Die meisten Skateboarder wollen den Sport ziemlich klein halten und ja nicht zu Mainstream werden lassen. Im Gegenzug wollen Leute, die daran verdienen, oft mehr Geld haben, als da ist. Wie siehst du das?

Skateboarder sind meisten recht gut darin, schnell mal den Mund aufzumachen. Die Meinungen, die dabei ausgesprochen werden, sind aber leider oft nicht besonders fundiert. Das ist auch in Ordnung, aber viele sehen einfach nicht das große Ganze und die Leistung, die dahinter steckt. Alle wollen nur haben, haben, haben, aber was können sie selber dazu beitragen? Da kannst du jetzt wieder die corporate vs. non-corporate Diskussion vorbringen. Soll Skateboarding zu Olympia, ja oder nein? Wollen wir, dass Skateboarding weiter wächst? Alle wollen, dass es klein, cool und punk bleibt, aber das ist es bereits seit 20 Jahren schon nicht mehr.

Wie hat sich Skateboarding in deinen Augen gewandelt? Vor 10 Jahren hätte ich mir nicht einmal träumen lassen, in den Skatepark zu gehen und lauter Workshops zu sehen.

Für mich ist das alles ein logischer Schritt. Skateboarding ist einfach ein cooler Sport und deshalb machen wir das ja auch. Wir haben jahrelang nach Nachwuchs gesucht, jetzt kommt er. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich eine zeitlang der Einzige in Freising im Skatepark war. Da haben in München viele, vor allem die Shops, geflucht, weil sie Umsatzeinbußen hatten, weil der Nachwuchs gefehlt hat. Auch generell kann man sagen: Ohne Nachwuchs, stirbt unser Sport, unsere Reputation und in meinen Augen auch unsere Verhandlungsbasis. Ich kann nicht sagen, dass unser Sport quasi schon tot ist, wir aber trotzdem einen neuen Skatepark für die Skater, die es jetzt gerade noch gibt, brauchen. Daher sehe ich Workshops tatsächlich als wichtig an, da es dort deutlich professioneller abläuft, als früher. Kids bekommen eine neue Anlaufstelle. Früher war das der Skateshop, in dem einem gesagt wurde, man solle es einfach versuchen und dann klappt das schon. Aber so funktioniert das in unserer Gesellschaft nicht mehr. Wir haben früher viel durchgemacht und fühlen uns deshalb sicherlich cool, weil wir so oft auf die Fresse geflogen sind. Ich kann mich selber noch daran erinnern: Ein guter Kumpel ist in den Skatepark gegangen und hatte mega Schiss vor Flo Schäfer. Deshalb gingen wir dann immer sehr früh in den Park, weil wir wussten, dass keiner von den Großen da sein würde. Warum sollen Kids denn nicht einfach ohne Angst, angeleitet von einem Trainer in den Skatepark gehen können und Skateboardfahren lernen? So werden sie dann auch schnell besser. Wie oft denken sich die Alten: „Woa fuck, bestimmt fährt mir eines der Kiddies wieder rein!“ So lernen die Kinder wenigstens, wie man im Skatepark zu fahren hat. Jeder Skater, der dagegen argumentiert, sollte seine Position noch einmal überdenken.

— Wir haben schon einige Dinge ändern können, bei denen wir gesagt haben, dass Skateboarding so nicht funktioniert

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Man merkt in München zunehmend, dass in den Parks etwas passiert. Wie viel Einfluss hat die Arbeit des Vereins darauf? Arbeitet die Stadt durch den Verein enger mit den Skateboardern zusammen?

Absolut. Die Stadt hat vor wenigen Jahren ein Sanierungspaket in Millionenhöhe beschlossen. Damit wurden Skateparks, wie der Wacker-Park, saniert. Ich denke, dass zu der Zeit die Theresienwiese auch mit dabei war, aber nagelt mich darauf bitte nicht fest. Jetzt haben wir den Stone-Park, einen Park in Freiham, oder den Wiesenfelser Park, der gerade saniert wird. Es sind gerade so viele Projekte am Laufen, dass ich schon gar nicht mehr alle aufzählen kann (lacht!). Das muss man der Stadt München wirklich zugutehalten: Sie investiert wirklich Geld in die Infrastruktur von Skateboarding.

Etwas für die Münchner Leser: Gibt es denn schon Updates zum Thema Skatehalle?

Das Ziel gibt es schon seit Jahren. Wir wollen das Projekt auch vorantreiben. Als Verein möchten wir Internas nicht zu früh publik machen, aber wir haben schon letztes Jahr nach einer Übergangshalle gesucht. Leider wollte der Vermieter damals in letzter Minute das Doppelte an Miete haben. Das Finanzierungskonzept stand schon, aber der Preis hat uns leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Natürlich haben wir das nicht großartig kommuniziert, weil es schlussendlich nichts geworden ist. Aber wir bleiben dran, da wir uns das als Ziel auf unsere Fahne geschrieben haben. Wir sind allerdings selbst erstaunt, wie viele Faktoren da reinspielen. Wir wussten, dass es kein einfaches Projekt ist, aber wir sitzen wirklich jede Woche aufs Neue da und denken uns: „Fuck, daran haben wir ja noch gar nicht gedacht!“ Brandschutz, Genehmigungen, einfach so viele Sachen, die nach und nach dazukommen. Das sind alles Dinge, die ein Projekt, wie eine Skatehalle, richtig kompliziert machen. Deshalb versuchen wir als Verein, selbst Projekte zu verwirklichen, solange es keine offizielle Halle gibt. Parallel dazu gibt es mit Millhaus die Pläne für eine Halle. Anfang März hatten wir bereits einen Termin im Rathaus bei der SPD Stadtradsvorsitzenden. Dabei haben wir deutlich gemacht, dass das Projekt vorangetrieben werden muss.

Denkst du, dass Olympia der Skateindustrie etwas bringt? Beschneidet das Reglement die Freiheit beim Skaten?

Da kann ich auf jeden Fall ein bisschen Input geben. Was ich vorhin nicht erwähnt hatte, war, dass wir mit dem Skateboardverein auch Mitglied im BLSV (Bayrischer Landessportverband) sind. Über diesen erhalten wir Fördergelder für unsere Projekte. Da ich Vorstand im Verein bin, wurde ich auch in die „Kommission für Skateboard und Longboard“ berufen, die die offizielle Interessenvertretung für Skateboarden in Deutschland bildet. Dadurch habe ich direkt mit der Olympia-Thematik zu tun. Natürlich sind wir deshalb auch im regen Austausch mit dem DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund). Außerdem kümmere ich mich im Moment um das Social Media Management der SkateboardKommission. Dazu habe ich mich quasi freiwillig bereit erklärt mit Mirko Holzmüller zusammen. Was da passiert, hat definitiv nichts damit zu tun, was wir von Skateboarding kennen und wie wir Skateboarding verstehen. Die Einstellung: „Es gibt im Skateboarden nichts außer uns Skater!“ Da muss man sich leider wirklich diesen vorgefertigten Strukturen, ich sage mal, „anpassen“. Natürlich hat man Freiräume: Wir haben schon einige Dinge ändern können, bei denen wir gesagt haben, dass Skateboarding so nicht funktioniert. Aber da ist man uns auch entgegengekommen. An sich ist die Olympia-Thematik schon ein leidiges Thema. Ich selbst sehe Vor- und Nachteile. Und ob ich das mache oder jemand anders, irgendwer wird es machen. Und da sind wir dann wieder bei der Frage, ob dieser Jemand das dann gut machen würde. Aktuell sehe ich in dieser Kommission viele kompetente Mitglieder, aber trotzdem ist es nicht einfach, diesen einen perfekten Weg zu finden, Skateboarding in Deutschland so zu porträtieren, dass es alle Skateboarder geil finden. Das wird sowieso niemals passieren. Das ist eine utopische Vorstellung. Warum aber immer nur schimpfen und nicht mal was ändern wollen? Das beste Beispiel ist die Street-League in München. Alle finden das Event scheiße und keiner will hin, aber wenn es dann stattfindet, möchte jeder Freikarten haben. Das sind die Leute, die Skateboarden real halten möchten, gleichzeitig aber Nike Schuhe anhaben.

Du machst ja nun echt einige Sachen. Bist du da direkt über das Skaten dazugekommen oder spielten auch die Uni oder eine Ausbildung eine Rolle?

Ich studiere BWL und würde schon sagen, dass mir das einiges an wertvollem Input gegeben hat, vor allem weil ich den Schwerpunkt Marketing habe. Das hat natürlich sehr viel damit zu tun, was ich bei Red Bull mache. Außerdem habe ich noch die Arbeit im Verein, die sehr viel mit Kommunikation zu tun hat. Einen Verein muss man wie eine Firma führen: Du musst Vorgaben und Ziele einhalten und dir außerdem eine Strategie zurechtlegen. Dabei hat mir das Studium auch geholfen. Die meiste Erfahrung habe ich aber tatsächlich durch meine jahrelange Tätigkeit im Skateboard Bereich gesammelt. Ich war gefühlt schon immer Skater und jetzt bin ich auch noch Pro-Skater und weiß daher, wie die Industrie tickt, wen man ansprechen muss, wenn man etwas braucht.

Du meintest gerade, dass du Profi-Skater bist, beziehungsweise selber skatest. Die meisten, mit denen wir dieses Interview führen, skaten nicht mehr. Wie oft kommst du denn eigentlich noch auf’s Brett?

Seitdem ich den Entschluss gefasst habe, neben dem Skaten noch etwas anderes zu machen, ist das Skaten für mich kontinuierlich weniger geworden. Ich habe 2012 mit meiner Ausbildung begonnen, die zwei Jahre lang gedauert hat und wenn man einen 40-Stunden Job hat, geht man automatisch weniger skaten. Nach den zwei Jahren habe ich angefangen zu studieren und da ist das Skaten dann nicht unbedingt mehr geworden. Während des Semesters habe ich eher weniger Zeit, vor allem zu den Klausuren hin. Da kann es dann auch vorkommen, dass ich sechs Wochen lang gar nicht Skateboard fahre. Dementsprechend versuche ich, sobald diese Phase vorbei ist, das dann auch wieder öfter zu machen. Ich muss mich auch leider oft um die Vereinsangelegenheiten kümmern, bevor ich daran denke, selber auf’s Brett zu steigen. Ich habe mir die Zeit jetzt wieder häufiger genommen und denke mir, dass es geil wäre, mal wieder einen Part zu filmen. Ich bin mittlerweile schon 28 Jahre alt. Wenn ich jetzt nicht dranbleibe, dann geht’s stetig bergab. Je weniger du fährst, desto schlechter wirst du. Momentan skate ich aber wieder drei- bis fünfmal die Woche.

Es gab ja einen Live-Stream zur Street-League, den du moderiert hast. Wie war das, live vor der Kamera zu stehen?

Also dadurch, dass ich bereits Erfahrung vor der Kamera gemacht und gelernt habe, auf meine Wortwahl zu achten, ist es für mich nicht schwer, so etwas zu machen. Das war für mich eigentlich relativ entspannt, da ich das anscheinend irgendwie kann (lacht!). Zumindest fühle ich mich nicht schlecht dabei. Gerade zusammen mit Sebi Vellrath, den ich schon mega lange kenne und ich wusste, dass wir richtig gut harmonieren würden, habe ich mir gar keinen Stress gemacht. Ich dachte mir nur: „Jo, ich sitz’ da mit einem guten Kollegen wie daheim auf der Couch und rede über Skateboarden“ und „Woah, geiler Trick, komisch, dass der nicht mehr für DC fährt!“ Dann hat es mich auch nicht gestört, dass die Großeltern meiner Freundin zugeschaut haben. Allerdings wusste ich das in diesem Moment noch nicht (lacht!). Trotzdem ist es weird, so etwas zu machen, weil einfach alles live ist. Da kommen dann so Run-Downs von ein paar Sekunden. Die sagen einem dann: „Du hast jetzt noch fünf Sekunden, dann kommt Werbung und bis dahin musst du deinen Satz zu Ende gesprochen haben.“ Das ist wirklich komisch. Aber hey, es gab schon größere Entertainer, die vor der Kamera verkackt haben!

— Lieber übernehme ich das, bevor das jemand anderes dann schlecht macht.“ Da möchte ich mich auch gar nicht als Messias hinstellen, aber ich glaube, meine Erfahrung bringt einen großen Vorteil mit sich

Gibt es dann da eine Liste an Wörtern, die man nicht sagen darf oder Sachen die man nicht ansprechen sollte?

Ich habe natürlich auf meine Wortwahl geachtet und nicht den krassen Slang ausgepackt. Das sollen ja auch Leute verstehen, die zufällig zuschalten. Andererseits habe ich auch versucht, das Ganze für den Core-Skater interessant zu gestalten. Ich fange nicht an, den Kickflip zu erklären oder sage Sachen wie: „Er balanciert auf seiner vorderen Achse und das nennt man dann Nose-Manual.“ Natürlich schreist du auch nicht „Fuck“ oder „Geile Titten“ oder so etwas (lacht!)

Hat dir danach dann jemand lustige Kommentare gepresst?

Ich habe nichts mitbekommen. Allerdings habe ich mir die Kommentare auch nicht durchgelesen. Der Live-Stream war außerdem nur 24 Stunden online. Ich hatte am nächsten Tag gar keine Zeit da nochmal reinzugucken. Wenn jemand noch einen Kommentar weiß, dann darf er mir den gerne verraten. Mich würde natürlich schon interessieren, was die Leute sich gedacht haben, aber bis jetzt habe ich eigentlich nur positives Feedback bekommen.

Was wolltest du über Skateboarding schon immer mal loswerden?

Das ist eine interessante Frage. In meinem Interview mit der Solo habe ich mal gesagt: „Ich finde Skateboarding so geil und finde, dass wir der Gesellschaft immer einen Schritt voraus sind.“ Ein Beispiel dafür wäre die Toleranz gegenüber Schwulen oder wenn es um  Rassismus geht. Ich bin bei dem, was ich sage, aber auch immer selbstkritisch. Ich habe auch noch einmal mit Robinson darüber gesprochen und bin mir gar nicht mehr sicher, ob das wirklich so stimmt. Das ist ein sehr positives Selbstbild, das wir natürlich sehr gerne haben. Denkt man aber länger darüber nach, ist das eher so: „ Boah, wenn der Typ ‚ eine übelst enge Hose und ein Beanie anhat, dabei aber oberkörperfrei skatet, dann finden wir den irgendwie doch nicht so geil!“ Genau wie bei durchsichtigen Rollen: Da denkt man sich immer schon, was das für ein Typ ist, weil solche Rollen irgendwie nicht gehen. Und obwohl jeder schon seit zehn Jahren weiß, dass Bryan Anderson schwul ist, ist das trotzdem eine riesen Geschichte. Dann muss man sich fragen, ob wir wirklich so geil sind, wie wir uns finden.

Zum Schluss darf man bei uns immer noch seine Meinung sagen. Schieß los! Was brennt dir auf der Seele?

Ich wollte noch einmal auf das Ehrenamt eingehen. Ich habe früher immer gedacht, was für ein Blödsinn in unserem Skateboard-Verein passiert und was da für Leute hingehen. Ich habe mich nicht repräsentiert gefühlt. Aber seitdem wir das selber machen, habe ich gemerkt, was Skateboarder manchmal für Assis sind. Wie wenig so eine Arbeit, die ehrenamtlich passiert, wertgeschätzt wird. Wir hatten vor der Street-League ein kleines Event am Wacker-Park und da kam so ein Dude an und meinte: „Wie, heute ist nur P-Rod da?! Kommen die anderen auch noch?“ Außerdem hatten wir free Drinks und Essen. Hat man die Leute dann nach ein paar Bier nach einer kleinen Spende gefragt, hat man nur dumme Antworten bekommen. Ich dachte mir dann nur: „Hey, du hast gerade zwei Burritos und drei Bier für lau bekommen. Klar, wir haben gesagt, dass das umsonst ist, aber dann press uns doch nicht so eine Antwort!“ Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Leute unser Ehrenamt einfach nicht wertschätzen, weil sie vielleicht auch nicht wissen, wie viel Arbeit dahinter steckt. Ich würde mir von der Szene wünschen, etwas nachzudenken und zu überlegen, warum es neuerdings so viele Events gibt. Vielleicht kommen die Leute ja selber mal aus ihrem Knick, aber vielleicht finden sie den Verein dann trotzdem noch nicht geil. Das wäre auch völlig in Ordnung, aber dann sollten sie versuchen, es besser zu machen. Kritik ist erwünscht, aber dann macht doch bitte konstruktive Vorschläge oder helft uns, etwas zu verbessern.

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